Umgang mit Rechtsextremismus

und wie wir unsere Werte wahren

Sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren ist nicht links, sondern demokratisch!

Umgang mit Rechtsextremismus, Umgang mit Rassismus und Stärkung der Demokratie, Demokratiestärkung

Rechtsextremismus ist kein Randphänomen in Deutschland, sondern greift bis tief in die Mitte unserer Gesellschaft. Wir müssen lernen, dies anzunehmen, auch, wenn es uns schwerfällt.

 

In allen Lebensberiechen können wir mit Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Anti-muslimischem /-asiatischem Rassismus, oder anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit konfrontiert werden. Sei es im öffentlichen Raum, bei der Arbeit, in der Schule oder in der Familie. 

 

Daher müssen wir uns überall mit antidemokratischen Haltungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinandersetzen. Insbesondere die Studien von Heitmeyer haben gezeigt, dass Rechtsextremismus Teil der Mitte ist. 

 

Je eher wir uns dieser Themen annehmen, desto einfacher wird die Auseinandersetzung damit. Wer akzeptiert, dass es Rassismus, Sexismus, Homophobie, etc. überall gibt, wird nicht davon überrascht und kann präventiv agieren, um eine demokratische, politische Haltung für Deutschland und Europa zu setzen. 

Angst vor dem Umgang mit Rechtsextremismus verlieren

Rechtsextremismus wirkt wie ein sehr hartes Thema. Es steht für Gewalt, Hass, Kampf, etc. Doch das sind Symptome, keine Ursachen. Wenn wir anfangen, uns auf die Ursachen zu fokussieren, wird das Thema einfacher. Dann sprechen wir nicht mehr von Gewalt, Hass und Kampf, sondern von Angst, Verunsicherung und dem Wunsch nach Identität, Anerkennung, Selbstwirksamkeit etc., die sich über Jahre aufgestaut haben.

 

In den meisten Situationen haben wir es nicht mit den fremden Neonazigruppen zu tun, sondern mit Sprüchen bei der Familienfeier, in der Kneipe oder bei Kolleg*innen am Arbeitsplatz, die uns verunsichern. Die Verunsicherung erfolgt oft aus der Angst, die Beziehung zueinander zu gefährden, was falschrum gedacht ist. Jemand, der*die rechtsextreme, fremdenfeindliche, sexistische, homophobe, etc. Statements setzt, greift an. 

 

In den Rubriken, die hier aufgeführt sind, versuche ich, Anregungen und Ideen zu unterschiedlichen Lebensweiten und Feldern zu geben, um den Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Co. zu erleichtern. Eine ganzheitliche Auseinandersetzung Bedarf allerdings nicht nur den Blick auf die Herausforderungen, sondern muss auch Gutes stärken, also unsere Demokratie. 

Demokratie stärken – Mitbestimmung, Teilhabe, Partizipation

Wer den Rechtsextremismus bekämpfen möchte, muss auch die Demokratie in Deutschland stärken. Was ich damit meine? – Es geht mir nicht darum, die Wahlperioden zu verkürzen, es geht mir darum, Demokratie überall zu erkennen und sichtbar zu machen. Wenn Jugendliche Rap hören, Graffiti malen und Onlinegames spielen, dann gehört dies nicht als Jugendkultur abgewertet, dann ist das als politisches Medium wahrzunehmen!

Wir müssen mehr Räume für Beteiligung schaffen, die interessensorientiert ausgelegt sein muss. Es hat einen Grund, warum Jugendparlamente es schwer haben. Man versucht Jugendlichen eine Erwachsenenstruktur aufzuzwingen, damit sie sich beteiligen können. Dass sich Politiker*innen bspw. auf ein Rap-Battle einlassen, um mit Jugendlichen über Inhalte in Kontakt zu kommen, ist sehr selten, wäre aber die Ebene der Jugendlichen. 

Wenn wir Vorbilder sein wollen, müssen wir als Vorbilder lernen, uns auf andere einzulassen und deren Sprache zu sprechen. Nur so kann es auch die Bereitschaft geben, dass „der*die Andere“ anfängt, sich auf meine Sprache einzulassen. 

Nachwuchs fördern und einbinden - auch das gehört zum Umgang mit Rechtsextremismus

Insbesondere der sogenannten Politikverdrossenheit kann so etwas entgegengesetzt werden. 

 

Aber auch Beteiligungsmöglichkeiten und Transparenz müssen grundlegende Eigenschaften demokratischer Arbeit sein. Nicht „Ihr konntet euch ja melden.“ sondern „Wir möchten hier das Beste für alle bei der Frage X, habt ihr Ideen, wie wir das gemeinsam gut hinbekommen?“ – Eine spätere Aussage wie „Die Politik macht ja, was sie will!“ kann, wenn es ernstgemeinte Beteiligung und Transparenz gibt, nicht zustande kommen. Wichtig dabei ist allerdings, mit offenen Karten zu spielen und auch die Akzeptanz, dass Ergebnisse anders ausfallen können, als man sich diese grade wünscht. Eine gemeinsame Grundlage, die unsere Grundwerte und die Menschenrechte als Basis hat, gibt allerdings einen klaren und einfachen Rahmen vor, unter dem viel möglich ist.  

 

Somit ist das Lernen des Umgangs mit Rechtsextremismus und Demokratiestärkung zusammen zusehen, um ganzheitliche, demokratische Bildung zu leisten. 

Themenbereiche

Rechtsextremismus und Pädagogik

Verschwörungserzählungen


Gegen Rechts argumentieren lernen

gegen rechts argumentieren lernen

Rassismus am Arbeitsplatz

Rassismus im Betrieb / Rechtsextremismus im Betrieb